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KASPAR LAURENZ
36 STIMMUNGEN DES WILDEN KAISERS

07. AUGUST - 31. OKTOBER 2026



36 Stimmungen des Wilden Kaisers präsentiert neue Arbeiten aus Kaspar Laurenz’ gleichnamiger Werkserie. In den Gemälden erscheint das Bergmassiv in wechselnden Lichtverhältnissen, Farbstimmungen und atmosphärischen Zuständen. Ausgangspunkt der Serie war ein frühes, farbintensives Gemälde eines Sonnenaufgangs über dem Wilden Kaiser, das heute die Werknummer No. 1/36 trägt. In den folgenden Jahren wandte sich Kaspar auch anderen Lichtverhältnissen zu. Nicht die topografische Genauigkeit, sondern die emotionale und malerische Wirkung der Landschaft steht im Zentrum der Serie.


Prägend für seine künstlerische Arbeit waren unter anderem die französische Maltradition des Impressionismus, deren Farbigkeit und expressiven Umgang mit Licht er bewundert, sowie die Intensität der Farbfeldmalerei des amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Diese künstlerischen Einflüsse prägten nicht nur das reichhaltige Spektrum seiner Farben, sondern auch seinen Umgang mit deren Materialität. Kaspars Farben werden meist über mehrere Monate hinweg in Schichten aufgebaut, sodass das Licht aus den unteren Farbschichten hindurchscheint und feine Nuancen entstehen.


Kaspar Laurenz verbindet in seiner Arbeit eine Fülle an Anregungen und entwickelt daraus ein Ensemble von Werken, in denen die Emotion einen wesentlichen inhaltlichen Aspekt darstellt. Die jeweilige Form des Pinselstrichs ergibt sich aus der Empfindung, die das Bild vermitteln soll. Gemälde mit schnellen, gestischen und rhythmischen Linien kontrastieren mit sanften, in vielen Schichten aufgebauten Werken. In der Serie finden sich Anlehnungen an die europäische Kunst- und Kulturgeschichte, in der sich der Künstler fest verwurzelt versteht.


Die großformatigen Bilder der Ausstellung sind von beinahe architektonischer Qualität und vermitteln einen starken Eindruck räumlicher Präsenz. Trotz ihres Formats geht von Kaspars Werken stets eine sanfte, fast intime Wirkung aus, wie seine monumentale Arbeit Der Wilde Kaiser No. 3/36 offenbart. Mit knapp zwei Metern im Quadrat gehört sie zu den großformatigsten Werken der Ausstellung und wird von einer sanften, blass rosaroten Stimmung dominiert. Sie gibt das Licht eines Frühlingstages wieder, an dem der schmelzende Schnee in der Luft eine diesige Lichtstimmung hervorruft.


Im Gegensatz zu dieser sanften Stimmung unterstreicht das Werk No. 21/36 mit seinen intensiven Orange- und Gelbtönen Kaspars Faszination für leuchtende Lichtverhältnisse. Die warmen Farbtöne erinnern an Vincent van Goghs Sonnenblumen und verstärken die kraftvolle Energie der Komposition.


„Von den Bildern geht eine Ausstrahlung aus, bei der Landschaft und Empfindung ineinander übergehen."

Kleinere Gemälde, Farbstudien und vorbereitende Kompositionen nehmen innerhalb der Werkgruppe eine zentrale Rolle ein. Sie zeichnen sich durch eine Feinfühligkeit aus, die auf großem Format nicht erreicht werden kann, und erweitern damit die Formensprache der Serie. In ihnen werden neue Farbklänge, Bildaufteilungen und malerische Verfahren erprobt, aus denen sich die Bildsprache der Werkgruppe fortlaufend weiterentwickelt.


Ergänzt wird die Ausstellung durch experimentelle keramische Arbeiten, in denen Kaspar Laurenz das Konzept der Serie in ein dreidimensionales Medium überträgt. Die Keramiken entwickeln sich häufig parallel zu einzelnen Gemälden und entstehen in einem jeweils eigenen, vielschichtigen Arbeitsprozess.


Mit dieser Ausstellung nähert sich die Serie ihrer Vollendung. Kaspar Laurenz arbeitet konsequent in abgeschlossenen Werkgruppen, und mit der Werknummer No. 36/36 schließt daher auch seine malerische Auseinandersetzung mit dem Wilden Kaiser ab. Die nächste große Werkserie des Künstlers wird sich der Weite des Meeres widmen und seine Malerei in eine stärker abstrahierte Richtung weiterführen.


am 07. August 2026

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