top of page

Die Streif

2025

Giclée-Druck auf handgeschöpftem japanischen Washi Papier aus der Präfektur Echizen

32,9 × 48,3 cm

E 1

Die Arbeit entstand 2025 als Entwurf für die Ausschreibung zum offiziellen Hahnenkamm-Poster 2026. Kaspar Laurenz wollte die Streif dabei nicht nur als weltbekannte Rennstrecke, sondern als landschaftliches und kulturelles Symbol Kitzbühels darstellen.

Der Entwurf entstand in einer von künstlerischen Selbstzweifeln geprägten Phase. Mit der Teilnahme an der regionalen Ausschreibung verband sich die Hoffnung auf Anerkennung und Unterstützung im eigenen Umfeld. Über einen Zeitraum von mehr als 100 Arbeitsstunden wurde die Darstellung von Hand entwickelt und in zahlreichen Einzelschritten ausgearbeitet.

Die bewusste Langsamkeit dieses Prozesses war ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Der Entwurf entstand in einer Zeit, in der durch generative künstliche Intelligenz komplexe Bildwelten innerhalb weniger Augenblicke hergestellt werden konnten. Dem setzte Kaspar Laurenz eine handwerklich präzise und zeitintensive Arbeitsweise entgegen. Jede Linie, jede Fläche und jedes Detail der Komposition wurde bewusst gesetzt. Die investierte Zeit bleibt dem fertigen Bild zwar nicht unmittelbar anzusehen, ist jedoch als unsichtbarer Bestandteil in die Arbeit eingeschrieben.

Formal verbindet die Arbeit die Topografie der Streif mit Einflüssen japanischer Farbholzschnitte, insbesondere mit Katsushika Hokusais Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“. Wie der Fuji bei Hokusai erscheint auch die Streif hier als wiederkehrendes, beinahe emblematisches Landschaftsmotiv.

Über der Rennstrecke ziehen die für die Region typischen Wolkenformationen, die sogenannten „Wasserträgerinnen“. Nach bäuerlicher Überlieferung kündigen sie je nach Zugrichtung Regen oder trockenes Wetter an. Der über der Streif thronende Mond verleiht der Landschaft zusätzlich eine stille und zeitlose Wirkung.

Nachdem der Entwurf im Auswahlverfahren nicht angenommen worden war, entschied sich Kaspar Laurenz, das Motiv als eigenständige Edition von 100 Exemplaren weiterzuführen. Für die erste Auflage wurde handgeschöpftes japanisches Washi-Papier verwendet, dessen sichtbare Fasern und leichte Unregelmäßigkeiten jedem Druck einen individuellen Charakter verleihen.

Aus einem abgelehnten Wettbewerbsentwurf entstand so ein eigenständiges Werk über Ausdauer, Enttäuschung und Weiterarbeit. Gerade darin erhielt das Motiv eine zusätzliche Verbindung zum Rennsport: im Umgang mit Rückschlägen, in der Beharrlichkeit des Weiterarbeitens und in der Bereitschaft, nach einer Niederlage erneut an den Start zu gehen. Diese Haltung gehört zu den grundlegenden Erfahrungen des Sports und wurde zugleich zu einem wesentlichen Teil der Entstehungsgeschichte des Werks.

QUERVERWEISE IM WERKVERZEICHNIS

PUBLIKATIONEN

LIMITIERTE FINE-ART-PRINTS

HISTORIE

FÜR NEUIGKEITEN ANMELDEN

bottom of page