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Die Entstehung eines Kintsugi

2026

Digitale Fotografien (3-teilige Serie)

ZI 2

Die Arbeit nimmt Bezug auf Ai Weiweis Dropping a Han Dynasty Urn (1995), verschiebt den Fokus jedoch von der Zerstörung auf die Möglichkeit der Reparatur. Eine Keramik wird bewusst zu Boden geworfen und anschließend in der japanischen Kintsugi-Technik wieder zusammengesetzt. Dem unmittelbaren und radikalen Akt des Zerstörens steht damit ein langsamer, sorgfältiger Prozess der Wiederherstellung gegenüber. Die Bruchstellen werden nicht verborgen, sondern durch goldene Fugen sichtbar gemacht.

Ausgangspunkt der Arbeit ist auch meine Erfahrung, auf einem Bauernhof aufgewachsen zu sein, auf dem Geräte und Gegenstände über Generationen hinweg repariert und weiterverwendet wurden. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen wurde Beschädigtes nicht einfach ersetzt. Mit jeder Reparatur blieben Gebrauchsspuren zurück, und mit jeder Generation gewannen die Gegenstände an Geschichte.

In einer Konsumgesellschaft, in der Austausch häufig günstiger und wirtschaftlich attraktiver ist als Reparatur, stellt die Arbeit diesem Prinzip eine andere Haltung gegenüber. Auch stark Beschädigtes kann weiterbestehen. Der Bruch beendet die Geschichte eines Gegenstandes nicht zwangsläufig. Durch die Reparatur wird er vielmehr zu einem sichtbaren Teil seiner Geschichte.

© Andreas Wimmer

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