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36 Stimmungen des Wilden Kaisers

STUDIO G10, Kitzbühel, Österreich

36 Stimmungen des Wilden Kaisers

Die Werkserie „36 Stimmungen des Wilden Kaisers“ setzt sich mit der Farbe des Lichts in der alpinen Landschaft auseinander. Kaspar Laurenz verwendet das Bergmassiv als wiederkehrendes Motiv und überführt flüchtige Lichtverhältnisse in verdichtete atmosphärische Kompositionen. Gegenständliche Landschaftselemente treffen dabei auf abstrahierte Farbflächen. Im Zentrum steht nicht die topografisch genaue Wiedergabe des Wilden Kaisers, sondern die Frage, wie Farbe und Licht emotionale und räumliche Tiefe erzeugen können.

Kaspar Laurenz beschreibt seinen Zugang zur Serie: „Für mich beginnt Malerei – und eigentlich auch das Sehen selbst – immer mit Licht. Wer lange genug hinsieht, bemerkt, dass selbst eine unscheinbare Stimmung eine unglaubliche Menge an Farbe enthält. Der Wilde Kaiser ist für mich ein naheliegendes Motiv, um die Farben des Lichts zu erforschen, weil ich ihn seit meiner Kindheit kenne. Mit den 36 Stimmungen des Wilden Kaisers lade ich dazu ein, diese Landschaft durch meine Augen zu sehen. Licht ist dabei vielleicht das zugänglichste Motiv überhaupt: Jeder kennt es, jeder erlebt es, aber niemand sieht es auf dieselbe Weise.“

Die Gemälde entstehen häufig über mehrere Monate hinweg. Kaspar Laurenz baut die Farbe in zahlreichen, teilweise lichtdurchlässigen Schichten auf, sodass darunterliegende Farbtöne durchscheinen und feine Nuancen entstehen. Schnelle, gestische Pinselstriche stehen dabei neben ruhigen, weich aufgebauten Farbflächen. Die jeweilige malerische Sprache richtet sich nach der Stimmung, die das Bild vermitteln soll.

Im Studio G10 werden rund 20 Ölgemälde gezeigt, die von kleinen Farbstudien bis zu beinahe zwei Meter großen Leinwänden reichen. Die kleineren Arbeiten dienen nicht nur der Vorbereitung größerer Gemälde, sondern bilden einen eigenständigen Teil der Werkgruppe. In ihnen erprobt der Künstler neue Farbklänge, Kompositionen und malerische Verfahren.

Ergänzt wird die Ausstellung durch experimentelle skulpturale und keramische Arbeiten. Kaspar Laurenz verwendet unter anderem Vasen, Steine und Holz als Bildträger und überträgt die malerischen Fragestellungen der Serie auf dreidimensionale Formen. Auf diese Weise erweitert die Ausstellung die Auseinandersetzung mit der alpinen Landschaft über das klassische Tafelbild hinaus.

© Andreas Wimmer

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